Anhaltisches Theater – Unterstützer im Landtag

17.11.2013 Am 13. November stand im Landtag Sachsen-Anhalt ein von der Fraktion Die Linke eingebrachter Antrag für den Erhalt von Orchestern und Theatern im Land zur Diskussion und Abstimmung. Die Opposition kritisierte die vorgesehenen Sparmaßnahmen bei den Kultureinrichtungen. Aber sie machte auch Angebote an die Regierung, insbesondere zu einem Moratorium, damit das weitere Vorgehen in Ruhe geplant und verhandelt werden könne.

Denn von gründlichem Überlegen, inhaltlichen Prämissen oder finanziell schlüssigen Darstellungen oder einem irgendwie angemessenen Zeitrahmen für Umstrukturierungen kann keine Rede sein. Ein Landeskonzept für die Kultur, das diesen Namen verdient, gibt es bis heute nicht!

Die aus den betroffenen Städten angereisten Intendanten und einige Stadträte hatten besonderes Interesse an den Beiträgen ihrer heimischen Wahlkreisabgeordneten. Für unsere Stadt sprachen sich Cornelia Lüddemann (Grüne) und Frank Hoffmann (Linke) klar für eine kulturfördernde Politik aus. Insbesondere die Arbeit des Kulturkonvents wurde als beispielhaft zitiert und dessen Ergebnisse der Regierung vorgehalten.

Für die SPD befragte Holger Hövelmann seinen Minister lediglich nach den Dessau-Roßlauer Vorschlägen zum Theater, gab sich aber damit zufrieden, dass der Minister diese zur Kenntnis genommen hat. Einzig die CDU-Abgeordneten unserer Stadt Jens Kolze und Rainer Haseloff schwiegen in der Debatte eisern oder beschäftigten sich mit anderen Dingen. Als es Richtung Abstimmung ging, verließ Jens Kolze, der auch dem Stadtrat Dessau-Roßlau angehört, den Sitzungsaal und ward nicht mehr gesehen. Derselbe CDU-Mann, der im Anhaltischen Theater anlässlich der Sondersitzung des Stadtrates vor Hunderten Zuschauern öffentlich erklärte, er werde forthin im Landtag für die Unterstützung des Anhaltischen Theaters eintreten und nicht mehr „nur“ den Saal verlassen, wie er es schon einmal getan hatte, als es um eine Mittelkürzung für das Theater ging. Da bei der Abstimmung nur allgemein die Fraktionen gezählt wurden, ging Jens Kolze als Gegner eines Erhalts der Orchester und Theater im Land ins Protokoll ein.

Wollen wir solche Vertreter im Landtag? Im Gegenteil, jetzt ist es höchste Zeit, „unseren“ Abgeordneten klar zu machen, worum es beim Haushalt 2014 geht. Unserer Stadt droht für die nächsten Jahre eine untragbare finanzielle Last, die alle Sparbemühungen der letzten zehn Jahre kaputt macht. Werden die Pläne der Landesregierung zum Theater umgesetzt, droht der Stadt die Zahlungsunfähigkeit dank einer Koalition aus CDU und SPD. Stefan Giese-Rehm, Stellv. Fraktionsvorsitzender

Wir für Dessau-Roßlau