Mehr Personal für Streetwork

Die Erwartungen an die Kinder- und Jugendhilfe sind groß und die Aufgaben wachsen kontinuierlich. Doch besteht vor dem Hintergrund des bereits vollzogenen und weiter drohenden Strukturabbaus und des zunehmenden Finanzdrucks die Möglichkeit, diese Erwartungen zu erfüllen?

Gerade im Hinblick auf die gegenwärtige Situation um die Jugendgruppe am Schillerplatz in Roßlau und dem JC „Blitzableiter“, wird deutlich, dass eine weitere Konsolidierung im Bereich der Jugendhilfe Strukturen faktisch unwiederbringlich zerstört. Alle Möglichkeiten der Einsparungen in diesem Bereich sind erschöpft.

Ganz im Gegenteil. Schon jetzt stößt die Straßensozialarbeit (Streetwork) an ihre Grenzen. Aufsuchende Sozialarbeit findet täglich statt und ist für die Allgemeinheit kaum wahrnehmbar. Erst wenn eine Clique auffällt und für Schlagzeilen sorgt, ist schnelle Hilfe gefragt. Ein hoher emotionaler Aufwand ist nötig, um individuell auf Jugendliche eingehen zu können. Ständig stehen neue Anforderungen, Fragen und Probleme an. Jede Situation ist neu und anders. Häufig geht es um junge Menschen und deren Familien, in denen sich bereits Multiproblemlagen verfestigt haben. Das ist oftmals nur im Team stemmbar.

Derzeit sind in unserer Stadt drei Streetworkerinnen unterwegs. Das ist bei weiten zu wenig, wenn man bedenkt, dass die Anzahl der 7 – 19-jährigen mit Beratungs- und Hilfebedarf stetig weiter steigt und immer mehr Gruppen betreut werden müssen. Ganze zehn Wochenstunden stehen etwa für den Bereich Roßlau zur Verfügung. Trotz aller Anerkennung der Leistungen und Hochachtung des Engagements der Streetworkerinnen ist das ein unhaltbarer Zustand. Dessau-Roßlau benötigt unabweisbar und unaufschiebbar eine Vergrößerung des Stellenpools im Streetworkbreich.

Bastian George, Mitglied im Jugendhilfeausschuss und im Unterausschusses Jugendhilfeplanung

Wir für Dessau-Roßlau